
KAP – Kulturkompetente Pflege in Ausbildung und Praxis
Laufzeit: 2009-2012
Grundlegende Ziele des Projektes:
- Das Projekt will einen Beitrag leisten zur besseren Anpassung des Altenpflegesystems an die Tatsache, dass immer mehr ältere Migrantinnen und Migranten auf die Dienstleistungen dieses Systems angewiesen sind. Damit leisten wir auch einen Beitrag zur besseren Integration älterer Migrantinnen und Migranten in die deutsche Gesellschaft.
- Das Projekt will jungen Menschen mit und ohne Migrationshintergrund die Chance für eine Berufskarriere in einem Zukunftsberuf der Dienstleistungsbranche eröffnen. Im Falle der Altenpflegehilfeausbildung erhalten auch solche Jungendliche und junge Erwachsene eine Chance, die vormals arbeitslos waren. Sie können unter Umständen sogar – nach einem guten einjährigen Abschluss die dreijährige Altenpflegeausbildung beginnen.
- Das Projekt will durch die Schwerpunktsetzung in der Ausbildung auf Kulturkompetenz und soziale Kompetenz einen Beitrag zur Förderung von Toleranz, Demokratie und Vielfalt leisten. Nur Altenpflegerinnen und Altenpfleger, die von diesen Werten geprägt sind, können die Herausforderungen durch ihre kulturell vielfältig zusammengesetzten zu pflegenden Bewohner- / Patienten- / und Kundengruppen wirklich meistern. Pflegedienste, die auf ein Personal zurückgreifen können, das diesen Anforderungen genügt, werden – und dies sieht man bereits heute - in „multikulturellen“ Stadtbezirken Wettbewerbsvorteile haben, auch deswegen, weil Kulturkompetenz auch den Unterschieden innerhalb der deutschen PatientInnen/KundInnen/BewohnerInnen gerechter wird als die „Pflege nach Schema F“: Jeder Mensch ist individuelle und muss individuelle gepflegt werden!
Konkrete Ziele:
- Kulturkompetenz in der Altenpflegeausbildung soll ergänzt werden durch Trainings zur sozialen Kompetenz, die dabei helfen sollen, fremdenfeindliche Vorurteile der Schülerinnen und Schüler abzubauen. Eine kulturkompetente Pflege ist nur dann möglich, wenn die Pflegenden Toleranz und Respekt gegenüber ihren künftigen zu Pflegenden an den Tag legen.
- Unsere SchülerInnen sollen sensibilisiert werden für eine transkulturelle Haltung. Lebenswelten und soziale Netzwerke von MigrantInnen und Migranten sollen anhand von Exkursionen erkundet werden.
- Das Theorie-Praxis-Gefälle soll vermindert werden. Kulturkompetente Pflege war bis vor kurzem weitgehend Theorie, weil noch nicht viele Migrantinnen und Migranten pflegebedürftig waren. Das hat sich in den letzten Jahren geändert. Im nördlichen Ruhrgebiet sind Pflegedienste und auch stationäre Alltenhilfeeinrichtungen (Altenheime) entstanden, die genau auf diese Marktanforderungen reagiert haben. Weitere sind in Gründung. Die Erfahrungen und Konzepte dieser Pflegedienste soll in den Unterricht hineingeholt werden. Wir wollen einen Arbeitskreis mit Praktikern bilden, um die Ausbildung auch in diesem Punkt praxistauglicher zu machen.
- Den (wechselnden) Lehrkräften muss die Sinnhaftigkeit von Kulturkompetenz für den Unterricht in der Altenpflegeausbildung und der Altenpflegehilfeausbildung stärker nahegelegt werde. Hierzu soll ein „Set“ aus verschiedenen Bausteinen (persönliche Ansprache, geeignete Informationsmaterialien, Workshops, Fortbildung, Beratung bei Problemen im Unterricht) entwickelt und institutionalisiert werden.
- Ein Modul für den Unterricht zur „kultursensiblen Kommunikation“ soll entwickelt werden.
Was soll in dem Projekt erreicht werden?
- Der Unterricht in der Altenpflege und der Altenpflegehilfe soll sowohl fachlich, als auch im Sinne unserer Projektziele erfolgreich abgeschlossen werden. Die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler sollen damit einen krisensicheren und für die Region wichtigen Beruf ergreifen können.
- Im maxQ werden die Lehrkräfte optimal auf die Implementation von Kulturkompetenz in die Ausbildung vorbereitet. Dies gilt auch für wechselnde, neue Lehrkräfte. Dies geschieht durch Weiterbildung und kollegiale Beratung.
- Ein Kompetenznetzwerk mit Einrichtungen der Altenpflege wird errichtet, bei dem Kulturkompetenz und ihre Vermittlung in die Ausbildung im Mittelpunkt stehen. Dabei sind zwei Netzwerkkonferenzen vorgesehen, die zugleich steuernde Funktion für das Projekt haben sollen.Ein Modul "Kultursensible Kommunikation" wird entwickelt und im Unterricht erprobt. Anschließend wird es dann auf der Homepage des Projektes veröffentlicht und allgemein zugänglich gemacht. Weitere Ergebnisse sind die nachhaltige Implementation in die Praxis der Einrichtungen sowie der Transfer.











