
Pflege in der Einwanderungsgesellschaft
Module für den Unterricht
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Das Modul „Schmerz“
Das Modul „Schmerz“ ist als Beispiel dafür gedacht, wie scheinbar kulturunabhängige „natürliche“ Phänomene wie Schmerz in der Pflege kultursensibel behandelt werden müssen.
Obgleich das Phänomen Schmerz alltäglicher und zentraler Bestandteil im Bereich der Pflege ist, hat das Thema in der Pflegeausbildung noch keinen angemessenen Platz gefunden. Ebenso groß sind die Defizite im Wissen um die vielfältigen Erlebnisweisen und Ausdrucksformen von Schmerz. Weit verbreitet sind dagegen Vorurteile über das „Schmerzverhalten“ verschiedener nationaler und kultureller Gruppen: die Palette der Vorurteile reicht von der Annahme eines Mittelmeersyndroms, d.h. der besonderen „Zimperlichkeit“ einer sozialen Gruppe, bis hin zum „sicheren Wissen“, dass alte Menschen ja gar nicht mehr so schmerzempfindlich sind. Entsprechend dieser Vorurteile wird Schmerz häufig als ein aus jeglichen sozialen und kulturellen Bezügen herausgelöstes Phänomen verstanden und allein dem Bereich der Natur zugeordnet.
Zu Beginn des Moduls werden zunächst wandelnde Perspektiven auf das Phänomen Schmerz vorgestellt: Schmerz ist eben nicht gleich Schmerz; die historisch und kulturell vielfältigen Annahmen über die Ursachen von Schmerz bestimmen nachdrücklich auch die Wahrnehmung von Schmerz.
Daran anschließend werden die unterschiedlichen Schmerzformen thematisiert: Hier geht es vor allem um die Unterscheidung zwischen akutem und chronischen Schmerz. Zum Schluss werden Schmerzwahrnehmung und Schmerzausdruck und die sie beeinflussenden sozio-kulturellen Bedingungen diskutiert.
Die Schülerinnen und Schüler sollen die verschiedenen Schmerzformen kennen lernen bzw. wiederholen. Schwerpunkt ist die Auseinandersetzung mit den je nach Kontext verschiedenen Formen der Wahrnehmung und des Ausdrucks von Schmerz.
In den praktischen Übungen steht die Auseinandersetzung mit den eigenen Normen über einen „angemessenen“ Umgang mit Schmerzen im Vordergrund.









